Presseaussendungen

Grundeinkommen-Erfolg in Namibia (15.3.10)

Presseaussendung

Netzwerk: Pilotprojekt Grundeinkommen in Namibia erfolgreich. Vorhaben in Brasilien und der Mongolei angekündigt.

Interviewangebot: Erfolgreiches Grundeinkommen in Namibia Podiumsdiskussion über Grundeinkommen und Welthandelspolitik am 22.3.

Herbert Jauch , Sprecher des Projektes und Gründungsdirektor des Gewerkschaftsforschungsinstitutes LaRRI befindet sich von 18. März bis 22. März in Österreich. Er steht in dieser Zeit für Interviews zu den Themen Grundeinkommen, Welthandelspolitik, sowie Namibia , wo er schon seit vielen Jahren lebt, zur Verfügung. Das Land feiert in diesen Tagen den 20. Jahrestag seiner Unabhängigkeit.

Das zweijährige und mittlerweile unbefristete Pilotprojekt Grundeinkommen erreichte alle wesentlichen Ziele: Bekämpfung der extremen Armut, Förderung von wirtschaftlicher Initiative, ein besserer Ernährungstatus der Kinder, geringere Kriminalität, reduzierte Arbeitslosigkeit und verbesserte Gesundheit. Es bestand in der Auszahlung von rund 10 Euro (100 Namibia Dollar) monatlich an alle BewohnerInnen des 1000 EinwohnerInnen Dorfes Otjivero. Die Finanzierung erfolgte durch zivilgesellschaftliche Organisationen Namibias, durch die evangelische Kirche in Deutschland und weitere UnterstützerInnen.

Auch in Lateinamerika und Asien wurden nun Vorhaben angekündigt:

In Brasilien erfuhr die Diskussion um eine allgemeine Existenzsicherung in der Amtszeit des Präsidenten Lula eine Intensivierung. Bereits 2004 wurde die schrittweise Einführung eines Grundeinkommens gesetzlich festgelegt. Im Oktober 2008 startete ein Zusammenschluss von Individuen schließlich in einer ländlichen Gegend östlich von São Paulo auf eigene Faust ein Projekt, das mit 27 TeilnehmerInnen begann und seitdem auf 65 anwuchs. Ende 2009 fasste die Stadt San Antonio do Pinhal in der Nähe von ebenfalls São Paulo den Beschluss ein monatliches Einkommen in einer noch unbestimmter Höhe an ihre 7000 EinwohnerInnen auszuzahlen.

Die Regierung der Mongolei hat angekündigt aus den zu erwartenden Einkommen in der Folge der Erschließung neuer Gold- und Kupferminen einen Fonds zu speisen, der ein Grundeinkommen von umgerechnet etwa 1000 US-Dollar jährlich finanzieren soll. Das Durchschnittseinkommen in der Mongolei beträgt jährlich an die 1700 Dollar. Die Mongolei wäre damit das weltweit erste Beispiel eines Grundeinkommens auf nationalstaatlicher Ebene.

In Österreich fordert das Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt ein bedingungsloses Grundeinkommen in Existenz sichernder Höhe und ohne Rücksicht auf andere Einkommen, Arbeit oder Lebensweise. Mediale Aufmerksamkeit erfuhren zuletzt die Forderungen von Kunststudierenden nach netto 1500 Euro.

Mit der gewonnenen internationalen Dynamik stellt sich die Frage, inwiefern diese Konzepte eine Neuformulierung von Entwicklungspolitik erforderlich machen. Bedingungslose Zahlungen stellen eine Perspektive sowohl für die Länder des Südens, als auch für den Kampf gegen Armut und Prekarisierung im Norden dar. Namibia könnte sinnbildlich für den gesamten Globus stehen. 20 Jahre nach seiner Unabhängigkeit bleibt es eines der Länder mit der größten Einkommensungleichheit weltweit.

Organisiert ist die weltweite Grundeinkommensbewegung im Basic Income Earth Network BIEN mit Mitgliedsorganisationen in 16 Ländern und auf allen Kontinenten. Österreichisches Mitglied ist das Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt - BIEN Austria.

Herbert Jauch steht während seiner Rundreise für Interviews zur Verfügung.

Für Terminvereinbarung und Hintergrundmaterial kontaktieren sie bitte Markus Schallhas, 0676 753 47 73, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt BIEN, Basic Income Earth Network, Austria.

www.grundeinkommen.at

Weitere Informationen zum Pilotprojekt in Namibia:

http://www.bignam.org

Die Rundreise wird organisiert in Kooperation mit dem Verein Südwind Entwicklungspolitik in Wien, attac Österreich, attac Deutschland, Weltumspannend arbeiten - ÖGB, den Grundeinkommens-Netzwerken Österreich, Deutschland und Schweiz, sowie SADOCC (Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika in Wien).

Veranstaltungen mit Herbert Jauch:

1) 18.3., Wien, 19 Uhr, Vortrag
2) 19.3., Wien, 14 bis 17 Uhr, Workshop
3) 22.3., Wien, 19 Uhr,  Podiumdiskussion
4) 20.3., Steyr, 19 Uhr, Vortrag
5) Weitere Stationen: Dresden, Bonn, Gießen, Frankfurt, Stuttgart, Bern, Liechtenstein

Details: http://www.grundeinkommen.at

Podiumsdiskussion: 22.3. 2010:

Globale Solidarität "Made in Namibia": Welthandelspolitik und Grundeinkommen.
Herbert Jauch, BIG Coalition Namibia und Labour Research Institute, LaRRI im Gespräch mit Alexandra Strickner, Attac Österreich Marcel Jira, Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt

Moderation: Corinna Milborn, liga, Magazin für Menschenrechte Mitveranstaltet von Südwind Entwicklungspolitik und Weltumspannend arbeiten - ÖGB.

Zeit: Montag, 22. März, 19 Uhr

Ort: C3 Centrum für Internationale Entwicklung, 1090 Wien, Sensengasse 3

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Für Rückfragen kontaktieren sie bitte Markus Schallhas, 0676 753 47 73, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!