Walter Rijs meint zum Grundeinkommen


Welche wahlwerbende Gruppe ist tatsächlich für  Veränderungen bereit - wie zur Einführung eines  Bedingungslosen Grundeinkommens? Das wäre für mich wahlentscheidend, weil dringend gebraucht für mehr Demokratie, mehr Solidarität und mehr Gerechtigkeit!

 

EZB und Deutsche Bank fordern von den Gewerkschaften höhere Lohnabschlüsse („Warum die Löhne nicht mehr steigen“, Die Presse 24.Aug. 2017). Darin sehe ich eine Begründung, dass man die „Ärmsten“ unserer Gesellschaft nicht noch mehr unter Druck bringen sollte und auch, dass die notwendige „Gegenstrategie“ zu Hartz IV leider ausgeblieben ist! Anstatt mit geringerer Mindestsicherung „Anreiz“ zu mehr Engagement für eine ausbeuterische Wirtschaft schaffen zu wollen, sollten wir die Menschen  zu ihren Wurzeln und Talenten finden lassen.

Sinkende Massen Kaufkraft beeinflusst (senkt) die Produktivität und damit auch das Wachstum der Wirtschaft. Der erwähnte Artikel bestätigt mich somit geradezu in der Forderung nach einem  Basiseinkommen (Bedingungslosen Grundeinkommen) für ALLE.

Es scheint mir kein Zufall, dass es zurzeit bereits Feldversuche (Finnland) gibt und in Namibia hat man vor einigen Jahren schon positive Erfahrungen von gesteigerter Innovation, Bildung und Einfluss auf soziales Verhalten (Familien) erkannt. Grundeinkommen ist auch Thema in Alpbach und scheint nun doch ernst genommen zu werden.

Angst vor dem Grundeinkommen kann ich mir nur dadurch erklären, dass es mehr Mitsprache, mehr Freiheit bedeutet und jene begrenzt, welche bisher  allein entscheiden konnten. Zurzeit müssen wir arbeiten, dann aber wollen wir für dieses Unternehmen, an dieser Produktion arbeiten, ja und man müsste um uns werben!

Zudem könnten auch jene Teile unserer Bevölkerung gebührend (gleichgestellt) am Gesellschaftsleben teilnehmen, welche zurzeit selbstausgrenzend ums tägliche Überleben kämpfen.

Walter Rijs, Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien

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