Thomas Köck meint zum Grundeinkommen

Anstatt auf neue Images von alten Parteiprogrammen, dubios finanzierte Quereinsteiger und ominöse, auf Persönlichkeiten basierenden Bewegungen (das hatten wir doch schon) statt universale Forderungen zu setzen, sollten Parteien und PolitikerInnen sich lieber wieder um Inhalte und Utopien kümmern. 

 Zum Beispiel das bedingungslose Grundeinkommen. Finanziert aus Erbschafts-, Vermögens- und Maschinensteuer

- alles natürlich große rote Tücher von jungen, dynamischen Bewegungen, die von alten, feudalistisch strukturierten Gönnerschaften unterstützt werden - ist das die einzige, wirkliche Möglichkeit die neue ökonomische Schere, die sich momentan durch ganz Europa frisst und den Begriff „Mittelstand“ quasi verschwinden lässt, wieder einigermaßen zu schließen. Auf lange Sicht könnte das bedingungslose Grundeinkommen vielleicht auch einer der ersten Schritte gewesen sein, das kapitalistische System als solches, das uns hunderte Jahre Einsamkeit, Kriege, andauernde Rohstoffkriege und Ausbeutung mittlerweile bis in die intimsten, persönlichsten Bereiche hinein beschert hat, zu überwinden. 

 Entwerft doch lieber Zukünfte anstatt alte Parteien in neuen Kleidern als junge, dynamische Produkte zu verkaufen. Das kann man bei Römerquelle emotion machen - in der Politik beschädigt bloßer Machterhalt mit allen Mitteln am Ende die gesamte demokratische Struktur. Man wünscht sich: Themen statt Personen und Listen. Streitbare, riskante, zukunftsgewandte Vorschläge und Ansätze statt konsensbasierter Spindoktorensprech und NLP.

 Thomas Köck, Autor und Dramatiker. Sein Stück paradies fluten (verirrte sinfonie) feiert im Herbst 2017 Premiere im Wiener Akademietheater.

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